Chroniken der verborgenen Stadt

Vorgeschichte

Die Vorgeschichte Gondolins

Der Ruf des Meeres

Nach den großen Kriegen der Noldor gegen den dunklen Herrscher im Norden suchte König Turgon, Sohn Fingolfins, einen sicheren Ort für sein Volk. An der Küste, in der verlassenen Halle von Vinyamar, erschien ihm Ulmo, Herr der Gewässer, einer der letzten Mächte, die den Bedrängten Mittelerdes noch heimlich beistanden.

Ulmo wies Turgon den Weg zu einem verborgenen Tal, umschlossen von einem Ring unbezwingbarer Berge. Dort, so die Weisung, solle er ein Königreich errichten – doch mit einer eisernen Bedingung: Geheimhaltung über alles. Kein Bote, kein Krieger, kein Wort dürfe nach außen dringen, solange die Zeit nicht reif sei.

Die Gründung der verborgenen Stadt

Turgon fand das Tal Tumladen, eine weite, grüne Ebene inmitten der Umkreisenden Berge (Echoriath), in deren Mitte sich ein einzelner Hügel erhob: Amon Gwareth. Über sieben Jahrzehnte hinweg, in aller Stille, ließ er dort eine Stadt errichten, die der Schönheit seiner einstigen Heimat Tirion jenseits des Meeres nachempfunden war.

Als die Stadt vollendet war, führte Turgon sein Volk – Angehörige seines eigenen Hauses und Gefolgsleute anderer Sippen – heimlich in das Tal. Die Zugänge wurden versiegelt, sieben Tore wurden errichtet, und Wachen sorgten dafür, dass niemand das Tal unbemerkt betrat oder verließ. Gondolin, „der verborgene Fels”, sollte für Jahrhunderte von der Außenwelt praktisch vergessen bleiben.

Die Jahre der Verborgenheit

Während draußen die Kriege gegen den Schatten tobten – ganze Königreiche fielen, Bündnisse zerbrachen, Schlachten wie die Dagor Bragollach und die Nirnaeth Arnoediad verwüsteten den Norden Mittelerdes – blieb Gondolin unangetastet. Für die Außenwelt war die Stadt ein Gerücht, eine Legende, von der manche zweifelten, ob sie überhaupt existierte.

Diese Isolation machte Gondolin zum letzten großen Bollwerk der Noldor und zu einem Ort, an dem Kunst, Wissen und Kriegskunst in relativem Frieden gedeihen konnten – doch auch zu einem Ort, an dem sich Geheimnisse, Rivalitäten und alte Schuld im Verborgenen ansammelten.

Der Schatten, der sich näherte

Ulmos Warnung stand jedoch immer im Raum: Kein Versteck ist ewig. Mit der Zeit gerieten Boten und Wanderer in Kontakt mit der Stadt, Prophezeiungen deuteten auf ein kommendes Unheil, und im Inneren der Stadt selbst wuchs eine Bedrohung heran, die nicht von außen kam – ein Same des Verrats, gesät durch Blutsbande und verschmähte Liebe.

Dieser Punkt eignet sich hervorragend als Ausgangslage für eine eigene Kampagne: Wie lange lässt sich das Geheimnis noch bewahren – und wer trägt die Verantwortung, wenn es fällt?